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MKJ
Ein Märchenprojekt

Ein medienpädagogisches Projekt

Die Schülerinnen hatten die Aufgabe, Altertümliches in der Altstadt von Ettlingen zu suchen und zu fotografieren. Mit den gefundenen Motiven sollten sie Märchen und Geschichten selbst entwickeln.
Bei diesem Prozess waren die Schülerinnen u. a. in folgenden Kompetenzen gefordert: Zusammenarbeit in einer Gruppe, Kommunikation und Kreativität.
Weitere Ziele waren:
Die Grundzüge der heutigen Medienpädagogik zu erfahren 

Wir verweisen hier noch auf andere Märchen-Archivseiten: Eigene Märchenlieder


Sensibilisierung für das Thema Märchen

Das hier veröffentlichte Märchen wurde - im Rahmen der pädagogischen Vorgaben - von den Schülerinnen selbstständig erarbeitet. Bei näherer Betrachtung hat dieses Werk eher Züge einer Sage. Die Differenzierung zwischen Märchen und Sage wird aber erst Unterrichts-Gegenstand in der Erzieherausbildung.


                              Der Fischerjunge

 

Es war einmal um 1615 ...
in einer kleinen, verschlafenen Gasse mit dem Namen "Winkelgasse".
Dort wohnte eine alte Fischerfamilie.
Die Mutter war sehr krank und der Vater war schon lange tot. Deshalb musste der Sohn das tägliche Brot verdienen.
Er ging früh morgens an die Alb zum Fischen und kam erst spät abends, nachdem er die Fische auf dem Markt verkauft hatte, zurück.
Für die täglich notwendigen Medikamente für seine Mutter ging der Junge in die alte Apotheke ...
am alten Wehrgang, wo er dann das eingenommene Geld wieder zurück ließ.
Spät in der Nacht stand er heimlich auf, um bei den Heiligen für seine Familie zu beten.
Als er gerade über den "Kutschenplatz" ging, ...
sah er hinter der Katzenbank eine wunderschöne, leuchtende und schimmernde Gestalt. Aus Neugier auf das seltsame Wesen folgte er ihr eine ganze Weile.
Er kam am Schlosstor vorbei.
Nur kurz sah er zu dem Schlossfenster hinauf und erblickte plötzlich das wunderschönste Mädchen, das er je gesehen hatte.
Einen Moment blieb er stehen, um das Mädchen im Turm zu betrachten. Er schaute sich um und die schimmernde Gestalt war verschwunden, so wie das Mädchen am Fenster.
Aus lauter Trauer ging er zum Friedhof. Am Grabstein seines Vaters angelangt setzte er sich nieder und begann bitterlich zu weinen.
Neben Ihm spürte er plötzlich wieder ein ihm wohl bekanntes, wärmendes Licht.
Er öffnete die Augen, wandte seinen Kopf - das saß auf einem Grabstein die mysteriöse Gestalt.
Er erkannte, dass es eine bezaubernde Fee war.

In diesem Moment brach ein fürchterliches Unwetter über sie herein.

Die Fee wurde durch den tobenden Sturm gegen den großen Mühlstein geschleudert.
Der Fischerjunge hob die Fee auf und brachte sie in Sicherheit.
Währenddessen stieg der Wasserstand durch den heftigen Regen.
Der Sturm schleuderte mit Macht einen großen Baumstamm gegen das Rathausfenster, sodass es zerbarst.
Selbst der Wehrgang, an dem das Zuhause des Jungen sich befand, stand unter Wasser.

Die Fee hob sanft ihren Kopf und sagte: "Du, mein Retter, hast drei Wünsche frei!" -
Der Junge überlegte nicht lange und sprach:
"Ich wünsche mir, dass das Gewitter aufhört, dass meine Mutter wieder gesund wird und dass ich das schöne Mädchen aus dem Schloss wieder sehe. -
"So sei es", sagte die Fee und alle seine Wünsche gingen in Erfüllung.
Von nun an lebte der Fischerjunge glücklich mit seiner gesunden Mutter und seiner frisch angetrauten Ehefrau bis an sein Lebensende.

Ihre Kinder und Kindeskinder aber bewahrten die Geschichte in ihren Bauten, auf dass des Fischers Leben immer in ihren Herzen blieb.